EmpCo: Als Hersteller und Händler jetzt rechtssichere Weichen stellen
Ab dem 27. September 2026 gilt die EmpCo-Richtlinie verbindlich. Für Hersteller und B2C-Händler bedeutet das vor allem eines: Nachhaltigkeitsaussagen müssen belegbar sein, dauerhaft und über alle Kanäle hinweg. Andernfalls haften beide gleichermaßen für Verstöße gegen die Richtlinie. Wir klären, wie rechtssichere Produktkommunikation mit klaren Prozessen in PIM und Commerce gelingt, ohne den Aufwand explodieren zu lassen.
Was sich ab dem 27. September ändert
Ab Ende September gilt die EmpCo-Richtlinie verbindlich, ohne Schonfrist für bestehende, aber nicht belegte Aussagen. Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen müssen ab diesem Tag belegbar sein: auf der Produktseite, im Newsletter, im Katalog, auf der Verpackung. Wer „klimaneutral" oder „nachhaltig" ohne Nachweis kommuniziert, bewegt sich außerhalb des neuen Rechtsrahmens, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Die Sanktionen sind kein Randthema: Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes oder mindestens zwei Millionen Euro stehen im Raum. Verbraucherverbände und spezialisierte Kanzleien beobachten das Thema aufmerksam, Abmahnungen wegen unbelegter Green Claims sind in anderen EU-Ländern bereits Praxis. Wer sich jetzt darum kümmert, hat ausreichend Zeit für eine saubere Umsetzung.
Rechtssichere Produktkommunikation in der Praxis
Das ideale Szenario sieht so aus: Sie haben bereits alle Aussagen zu Nachhaltigkeit und ökologischen Standards rechtssicher belegt und können am 27. September einfach weiterarbeiten, ohne jede inhaltlichen Änderungsaufwände. Jede Aussage zu Recyclinganteil oder CO2-Bilanz ist mit einem aktuellen Beleg hinterlegt, der im Zweifel sofort vorliegt. Läuft ein Zertifikat ab, verschwindet die Aussage automatisch von allen Kanälen, bis ein neuer Beleg vorliegt. Niemand sucht kurz vor Kampagnenstart hektisch nach einem Prüfzertifikat. Das ist das Ergebnis eines Systems, das Nachweisbarkeit von Anfang an mitdenkt. Das ist der Zustand, den wir gerne für Sie erreichen möchten.
Der eigentliche Engpass: fehlende Nachweise
Ein Produktdatensatz kann inhaltlich stimmen und trotzdem nicht EmpCo-konform sein. „60 Prozent recyceltes Aluminium" mag richtig sein, zählt rechtlich aber nichts, wenn niemand mehr weiß, welches Zertifikat die Aussage stützt und ob es noch gültig ist. Ein PIM-System, das Daten sauber verwaltet, aber keine Verbindung zwischen Aussage und Nachweis erzwingt, verschiebt das Problem nur von der Website in die Datenbank. Die eigentliche Frage lautet: Wie stellt ein Unternehmen sicher, dass jede Aussage einen gültigen Beleg hat, ohne dass Compliance oder Recht jede Zeile von Hand prüfen müssen?
Die Antwort beginnt mit einem Compliance-Konzept
Bevor ein System angefasst wird, braucht es Klarheit über die Spielregeln: Welche Aussagearten brauchen einen Beleg? Welche Nachweisquellen zählen? Wer gibt frei, wer verantwortet? Wie lange gilt ein Nachweis, und was passiert automatisch, wenn er abläuft? Das beantwortet kein System von selbst. Es braucht ein Compliance-Konzept, das sich als roter Faden durch Datenmodell, Freigabeprozesse und technische Umsetzung zieht. Wer zuerst ein Tool einführt und die Regeln erst später definiert, baut auf Sand.
Umgesetzt in PIM und Commerce
Im PIM werden Nachweisquelle und Gültigkeitsdatum zu Pflichtfeldern direkt am jeweiligen Attribut. Fehlt der Beleg oder ist er abgelaufen, sperrt das System die Aussage automatisch, bevor sie zur Freigabe gelangt. Die Prüfung sitzt damit direkt im bestehenden Redaktionsprozess. Das hält den manuellen Aufwand klein.
Im Commerce-System muss diese Regel auf der Fläche ankommen, im Onlineshop ebenso wie im gedruckten Katalog. Zieht ein Lieferant ein Zertifikat zurück, verschwindet die Aussage überall gleichzeitig, ohne manuellen Abgleich pro Kanal. Das senkt das rechtliche Risiko und die Kosten: weniger Redundanz, weniger Korrekturen unter Zeitdruck.
Ein verlässlicher Partner für Konzept und Umsetzung
Compliance-Anforderungen dieser Tragweite lassen sich kaum nebenbei lösen. Wer PIM-Strukturen und Freigabeprozesse ohne klares Konzept anpasst, läuft Gefahr, Symptome zu beheben, statt nur die Ursache zu adressieren. Erfahrung mit vergleichbaren Projekten hilft dabei, typische Stolpersteine früh zu erkennen und das Zusammenspiel aus Recht, Prozessen und Systemen von Anfang an sauber zu denken. Wir begleiten Hersteller und B2C-Händler in genau dieser Kombination: von der Konzeption des Compliance-Rahmens bis zur technischen Umsetzung in PIM- und Commerce-Systemen, aus einer Hand und mit Blick auf den laufenden Betrieb danach.